Evangelische Christophorus-Kirchengemeinde Groß Kreutz

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Angedacht

 

 

Februar und März

 

Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Korinther 12,9

 

Dieses Wort soll uns alle ein Jahr lang begleiten. Paulus hört dieses Wort, er bekommt es von Jesus gesagt. Hören wir diesen Satz aber so, als würde Jesus ihn auch uns sagen.

 

Jesus sagt jedem von uns persönlich zu: „Lass Dir an meiner Gnade genügen! Denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ Klingt gewiss ziemlich fromm und altmodisch. Wie alltagstauglich ist der Satz für Sie?

 

Und als Schwächlinge wollen wir nicht dastehen! Wer schwach ist, der ist auf der Verliererseite. Da wollen wir nicht sein.

 

Muss man nicht auch stark sein in dieser Welt? Gerüstet für den Alltag, für jede Beziehung, für das Leben? Wie soll sonst das Leben gelingen?

 

Wo es hinführen kann, wenn Menschen sich nur auf ihrer eigene Kraft verlassen, das zeigt uns die Geschichte, das haben wir selber auch schon erlebt. Es endete allzu oft wieder im Chaos.

 

Bei Gott gilt ein anderer Maßstab. Er kann nur diejenigen gebrauchen, die sich auf ihn und seine Kraft und nicht auf die ihre verlassen.

 

Das scheint widersinnig zu sein. Aber doch ist es so: Wir brauchen nicht mehr als seine Gnade und seine Kraft. Das macht uns tauglich für unser Christsein. Was wir tun können, kommt nicht aus uns selber. Seine Gnade genügt!

 

Geben wir unsere eigenen Wege auf.   Dann sind wir brauchbar. So entfaltet sich seine Kraft, so wächst Frucht, so wird Segen. Das wünsche ich uns allen im neuen Jahr 2012.

 

Herzliche Grüße.

Ihr Pfarrer Bernd Kuhnt

 

 

Dezember und Januar

 

Hatte nun der Weihnachtsmann bei der Christvesper 2010 in Derwitz etwas in der Kirche zu suchen?

 

Zumindest ist es ungewöhnlich, den Weihnachtsmann in der Kirche anzutreffen. Dass er beim Krippenspiel dabei war, hatte natürlich eine besondere Bewandtnis. Die handelnden Figuren sagten ihm die Weihnachtsbotschaft, denn er kannte sie noch nicht. „Auch Dir ist heute der Heiland geboren!“

 

Das ist die gute Nachricht für alle, egal ob sie Gott kennen oder nicht. Eine Nachricht, die unser aller Leben verändert. Sie gilt einem jeden von uns persönlich. Deshalb ist jeder am Heiligen Abend in unseren Gottesdiensten herzlich willkommen.

 

Wir haben einen Grund, uns über Weihnachten zu freuen. Jesus Christus ist auf die Welt gekommen. Das hat einen Zweck und geht jeden etwas an. In einem seiner Briefe beschreibt der Apostel Paulus das so: „Ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, daß er, der reich war, um euretwillen arm wurde, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.“

 

Dieser Reichtum wird nicht in Euro und Cent gezählt. Ihn zu empfangen, deshalb feiern wir Weihnachten. Und deshalb sind alle am Heiligen Abend in der Kirche willkommen!

 

Herzliche Weihnachtsgrüße und ein gesegnetes Jahr 2012!

Ihr B. Kuhnt, Pfr.

 

 

Oktober und November

 

Was der Mensch sät, das wird er ernten. Galaterbrief Kapitel 6 Vers 7

 

Die Geschichte unserer Welt hat einen ersten und auch einen letzten Tag. Mit diesem Wort beginnt die Bibel: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und mit diesem schließt sie: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Dazwischen lebt die Gemeinde Jesu, die Kirche, und betet: Dein Reich komme. Dies Reich erwarten wir. Wir werden es sehen, wenn wir bei Jesus sind.

 

Seit dem ersten Kommen Jesu in diese Welt in Bethlehem leben wir Menschen auf sein zweites Kommen in Herrlichkeit zu. Die Weltgeschichte hat zum Ziel, dass sich Gottes Heilsplan in ihr erfüllen wird. Es wird der Tag kommen, an dem wir Jesus sehen. Die Bibel nennt ihn den Jüngsten Tag.

 

Gutes und Böses ist in uns vorhanden. Wir leben in der Freiheit, es zu tun oder zu lassen. Wir werden vor Gott unser Tun und Lassen verantworten müssen. Das gilt für die Dinge unseres persönlichen Lebens und die Dinge der großen Weltpolitik.

 

Mancher denkt, man könne nach seiner eigenen Fasson selig werden. Die Bibel warnt uns vor solcher Vermessenheit. Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. 

 

Das ist göttliches Gesetz. Auch in der Natur ist es so: Wer einen Birnbaum pflanzt, wird keine Äpfel ernten.

 

Wir feiern das Erntedankfest wieder in Dankbarkeit und Freude vor Gott. Die Ernte auf unseren Feldern ist ein Abbild für die andere Ernte, die der Apostel Paulus meint: Was der Mensch sät, das wird er ernten. 

 

In unserer Zeit, in welcher der Mensch das Maß aller Dinge ist und der lebendige Gott in weite Ferne gerückt ist, ist die Besinnung darauf wichtig, was das Erntedankfest bedeutet und uns zeigt: Alle Saat wird zur Ernte. Das gilt auch für unsere Gedanken, Worte und Taten.

 

Mit welchem Inhalt haben wir sie Gott und den Menschen gegenüber gefüllt? Ich wünsche mir, dass der Wunsch aus einem alten Reichs-Lied sich bei uns erfülle: Dass ich dein sei auf ewig, dass sei meine größte Sorge.

 

Herzliche Grüße! Ihr B. Kuhnt, Pfr.

 

 

August und September

 

Ein persönliches Wort

 

Im vergangenen März konnte ich eine schwere Bronchitis nicht so recht überwinden. Deshalb musste ich ins Krankenhaus. Es sollte festgestellt werden, ob negative Auswirkungen auf das Herz zu erkennen sind. Die Diagnose lautete dann: Verkalkung der Herzkranzgefäße zu 70 Prozent. Es droht ein Verschluss der Gefäße und damit ein Herzinfarkt.

 

Das war keine gute Nachricht. Das hat mich ganz schön erschreckt. In der Folge kann das einen schnellen Tod bedeuten oder die Einschränkung der Lebensqualität.

 

Es ist nun so, als hätte für mich eine neue Zeitrechnung begonnen. Nicht nur, dass nun erst mal alle Arbeit ruhen musste, jeglicher Stress und Belastung gemieden werden sollte. Nun soll das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden. Das geschieht mit vielen Tabletten, Änderung von negativen Lebensgewohnheiten, vermehrter Bewegung und Ernährungsumstellung.

 

Ein Bibelwort aus dem Buch der Sprüche hat mir geholfen, diese Zeit durchzustehen und ist mir auch für die Zukunft wichtig geworden: „Achte auf dein Herz, denn aus ihm quillt das Leben.“

 

Ich danke allen sehr herzlich, die mich in diesen Monaten besucht und mit Geschenken und Aufmerksamkeiten bedacht haben. Manche haben mit mir und für mich gebetet. Das alles hat mich sehr froh gemacht und gestärkt.

 

Ich danke denen sehr herzlich, die für mich die Vertretung von Gottesdiensten, Amtshandlungen oder Gemeindeveranstaltungen übernommen haben,  vor allem Frau Kirsch, die im Büro in dieser Zeit zusätzlich belastet war und viele Dinge abgefangen hat und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Sebastian Schulze für sein Engagement.

 

Ab August werde ich nach den „Hamburger Modell“ wieder in den Dienst einsteigen. Das bedeutet, dass die Belastung in den ersten Wochen nach Arbeitsbeginn nur langsam gesteigert werden soll. Ab Oktober beabsichtige ich wieder sonntäglich zwei Gottesdienst anzubieten.

 

Ich freue mich auf eine gute Zeit miteinander und dass wir gemeinsam in unserer Gemeinde Impulse setzen und vorangehen.

 

Herzliche Grüße! Ihr Pfarrer Bernd Kuhnt

 

 

Juni und Juli

 

Beten: So einfach und doch oft so mühsam. Paulus zeigt, wie wir uns neu auf das Gespräch mit Gott ausrichten können.

  

Es gibt so viele Missverständnisse in Bezug auf das Beten, dass es einfach gut ist, sich von der Bibel immer wieder richtig auf Gott auszurichten zu lassen. In einem Vers aus dem Brief von Paulus an die Kolosser begegnen uns gleich drei solcher Wegweiser: Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Kolosser 4,2

 

„Seid beharrlich...“ - in vielen Religionen ist Gebet etwas, was man ableisten oder verrichten kann. Die Tätigkeitsworte sprechen bereits eine deutliche Sprache: Man setzt ein "Gebetsrad" in Bewegung - aus Gewohnheit oder schlechtem Gewissen, und ist dann innerlich schon bei der nächsten Anforderung des Alltags. Aber Beten ist Reden mit dem Gott, an dessen Hand ich meinen Alltag meistern und gestalten darf. Und deshalb ist mein Engagement, mein Wille gefragt. Wissen Sie abends noch, um was Sie Gott morgens gebeten haben? Beharrlich im Gebet sein - das bedeutet, bewusst in die Beziehung zu Gott zu investieren.

 

„Wacht im Gebet...“ - wer durch das Gebet mit seinem Vater im Himmel im Kontakt ist, der gibt sich nicht einer mystischen Selbstversenkung hin, sondern nimmt seine Umwelt, seine eigenen Motive und Entscheidungen, die Nöte anderer Menschen umso bewusster wahr. Klare Gebete brauchen einen klaren Verstand. So ist Gebet: Mit dem Herz im Himmel und mit beiden Beinen auf dem Boden.

 

Wer so aufmerksam betet, dem kann auch nicht entgehen, wie Gott Gebete beantwortet. Denn Gebet ist keine Einbahnstraße, sondern Beziehungspflege. Viele Leute sind so mit ihren Bitten beschäftigt, dass sie gar nicht erkennen und dafür danken können, wenn Gott etwas bereits geschenkt hat! Wer „mit Danksagung“ betet, der hat offene Augen und ein dankbares Herz für das, was Gott in der Vergangenheit getan hat - und der wird dann auch mitbekommen, wenn Gott sein Gebet beantwortet.

 

Mehr Beharrlichkeit, wachere Sinne und ein dankbareres Herz - so will ich beten.

Jörg Dechert

 

 

April und Mai 2011

 

„Ich sah die Apokalypse.“

 

Erdbeben, Tsunami und Atomgefahr - gleich drei Katastrophen sind über Japan hereingebrochen. Nachrichtensender zeigten ohne Unterbrechung Bilder des schrecklichen Geschehens. Es hat uns den Atem verschlagen!

 

Unsägliches Leid ist über Japan gekommen. Diese Katastrophe hat zugleich die ganze Welt erschüttert. Und wir haben erkannt: Kein Mensch ist in der Lage, Sicherheit zu schaffen oder zu garantieren. In der Hilflosigkeit, das Unfassbare begreiflich zu machen, haben viele Journalisten immer wieder Begriffe aus der Bibel verwendet. Ich sah die Apokalypse! So war es in einer Zeitung zu lesen.

 

Was bedeutet das eigentlich? Apokalypse heißt das letzte Buch der Bibel; auf deutsch Offenbarung oder Enthüllung. Johannes, ein Jünger von Jesus, hat von Gott eine Sicht auf die letzten Dinge, die letzte Zeit, die Endzeit, erhalten und diese aufgeschrieben. Sein Buch beschäftigt sich mit den Absichten Gottes zur letzten Zeit der Welt.

 

Die Bibel sagt uns, was in der letzten Zeit der Welt passieren wird. Zum Beispiel in Matthäus 24: „Die Jünger fragten Jesus: »Wann wird all das geschehen? Und wird es vorher ein Zeichen geben, das deine Wiederkehr und das Ende der Welt ankündigt?« Jesus antwortete ihnen: »Lasst euch von niemandem etwas weismachen. Viele werden in meinem Namen auftreten und behaupten: `Ich bin der Christus´, und sie werden viele irreführen. Überall werden Kriege ausbrechen. Aber habt keine Angst - diese Dinge müssen geschehen, doch das Ende wird noch nicht unmittelbar darauf folgen. Völker und Königreiche werden sich den Krieg erklären. In vielen Teilen der Welt wird es Erdbeben geben, und es wird zu Hungersnöten kommen. Doch all das wird erst der Anfang der Schrecken sein, die auf euch zukommen. Ihr werdet verhaftet, verfolgt und umgebracht werden. Auf der ganzen Welt wird man euch hassen, weil ihr euch zu meinem Namen bekennt. Viele werden sich von mir abwenden und einander verraten und hassen. Viele falsche Propheten werden auftreten und die Menschen täuschen. Die Gesetzlosigkeit wird immer mehr überhand nehmen und die Liebe wird bei vielen erkalten. Doch wer bis zum Ende durchhält, wird gerettet werden. Die Botschaft vom Reich Gottes wird auf der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören, und dann erst wird das Ende kommen. Wer dies liest, der horche auf!“ 

 

Das Ende ist also noch nicht da, aber Anzeichen dafür. Auf diese gilt es zu achten und wachsam zu sein. Dazu lädt Jesus ein.

 

Schon immer wollten Menschen den Zeitpunkt wissen und sogar den Tag errechnen, an dem Jesus wiederkommt und die letzten Dinge geschehen. Jesus sagt: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Markus 13,32)

  

So notvoll und ungewiss manches in der Zukunft auch sein mag, wer auf Gott vertraut, der ist in seiner Hand, an guten und schlechten Tagen, im Leben und im Sterben. Wer sein Leben hier in seine Hand gab, der bleibt auch dort in seiner Hand. Das ist gewiss!

 

Die Menschen in Japan brauchen unser Gebet. Die Fürbitte ist für uns die entscheidende Hilfe und einzige Möglichkeit, die Situation dort zu verändern, denn „das inständige Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, kann viel bewirken“ (Jakobus 6,16,b).  

 

Herzliche Grüße. Ihr Pfarrer Bernd Kuhnt

 

 

Februar und März 2011

 

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. 

Jahreslosung aus Römer 12,21

 

Vier Wochen ist das Jahr 2011 nun alt. Die Jahreslosung begleitet uns durch das neue Jahr lädt uns ein, den Dingen dieser Welt nicht einfach ihren Lauf zu lassen. Der Apostel Paulus kennt die Spannung zwischen Gut und Böse in unserem Leben und bekennt: “Das Gute, das ich tun will, das tue ich nicht, das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich“. Paulus fordert uns auf, dass wir uns dem Bösen verweigern.

 

Vielleicht sagt mancher: Der hat gut reden. Steht denn nicht auch in der Bibel: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“? Wäre es nicht nur zu verständlich, wenn die verfolgten Christen in Ägypten oder in anderen Staaten so auf Bedrängnis und Verfolgung reagieren würden?

 

Zumindest ist Paulus glaubwürdig: Es saß um seines Herrn Jesus Christus willen mehrfach im Gefängnis, wurde ausgepeitscht und am Ende hingerichtet.

 

Wie gut haben wir es doch! Wir können unseren Glauben frei und ungehindert praktizieren. Ich bin dankbar für die gesetzlich verankerte Religionsfreiheit in Deutschland.

 

Aber es reicht nicht, das Gute nur ernsthaft zu wollen. Wir brauchen vielmehr Jesus, der uns erlösen kann aus der Spannung, das Gute zu wollen, aber das Böse zu tun.

 

Ich lade Sie ein, im neuen Jahr folgendes zu versuchen:

 

·         Meine negativen Gefühle und Gedanken bringe ich Gott im Gebet.

·         Ich überlege, mit wem ich mich versöhnen muss.

·         Ich überlege, wem ich Gutes tun kann.

 

So zeige ich mein Christsein im Alltag und kann meine Mitmenschen mit Gutem überraschen, in dem ich ihnen ein Spiegelbild der Liebe Gottes bin.

 

Dazu wünsche ich Ihnen Gottes Segen und gutes Gelingen!

 

Ihr Pfarrer Bernd Kuhnt

 

 

 

 

 

 

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