Evangelische Christophorus-Kirchengemeinde Groß Kreutz

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Gottesdienst für verfolgte Christen am 28. Februar 2010 in Schmergow mit Günther Nooke, dem Beauftragten für Menschenrechte der Deutschen Bundesregierung,  und Pastor Khalid Shaheen aus Pakistan

 

 

Es war ein heiliger Moment in der Kirche zu Schmergow. Um die Weltkarte herum hatten sich alle, die am Altar standen, an den Händen gefasst. Intensiv beteten sie für die Christen weltweit, die unter Verfolgung leiden. Da war es mit Händen zu greifen, dass wir alle der Leib Christi, eine Familie sind. Von den meisten der 85 Besucher des zentralen Gottesdienstes des Kirchenkreises Lehnin- Belzig, zum Sonntag Reminiszere, wurde das gemeinsame Gebet als Höhepunkt eines sehr intensiven und abwechslungsreichen Gottesdienstes erlebt. Im Mittelpunkt von Predigt, Berichten, Gesang und Gebet stand der Psalm 25. Superintendent Teichmann zeigte in seiner leidenschaftlichen Predigt auf, dass die Botschaft von Jesus Christus und das Bekenntnis zu IHM als alleinigen HERRN, die Macht der Mächtigen in Frage stellt. Das führt zu Unruhe unter den Herrschenden und sie reagieren oft mit Hass. Dieser Hass hat schon die ersten Jünger erschreckt. In der sozialistischen DDR Diktatur war die Bedrängung zu spüren, wie sie auch heute zu erleben ist, wo Menschen sich zu Richtern und Göttern aufschwingen –sei es aus religiösem Überlegenheitswahn oder atheistischer Ideologie.

 

 

Günter Nooke, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, beleuchtete das Phänomen der Verfolgung um des Glaubens willen von Art. 18 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dort heißt es: „Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.“ Nooke führte dazu aus: „Religion ist nach allen internationalen Übereinkommen keine Privatangelegenheit. Auch wenn viele in Europa Religion gerade dazu erklären wollen, um sich so aller Konflikte zu entledigen.“ Der ehemalige Bürgerrechtler fragt weiter: „Warum gibt es so wenig Empörung wenn Christen verfolgt und getötet werden, weil sie von Jesus berichtet haben, sie Bibeln verteilten oder sich vom Islam zum christlichen Glauben bekehrten?“ Weiter führte der Beauftragte aus: „Kein Menschenrechtsschutz ohne stabile Staaten und verantwortliche Regierungen. Da wo elementare Menschenrechte mit Füßen getreten werden, ist die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten nicht anstößig, sondern notwendig! Im Interesse der Menschen, auch und gerade für ihr Recht auf Glaubens- und  Gewissensfreiheit, ist das Engagement unserer Regierungen insbesondere in der EU zu verstärken.“

 

Nooke fragte aber auch die anwesenden Christen: „Wie ernst nehmen wir selbst unseren Glauben? Was sind wir bereit, für unseren christlichen Glauben einzusetzen?“ Er betonte weiter: „Aus meiner Arbeit als Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe weiß ich sehr genau: Wenn wir den Kampf nicht führen, ist er schon verloren.“

 

Pastor Khalid Shaheen aus Pakistan berichtete danach von der Angst mancher Glaubensgeschwister in seinem Land. Es war bedrückend still in der Kirche, als er vom Märtyrertod eines zwölfjährigen Mädchens erzählte. Es war wie eine Erleichterung für die Gemeinde, jetzt an den Altar zu treten und zu beten.

 

Helmut Kautz, Pfarrer in Brück

 

 

 

 

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